Geschichte der Britisch Kurzhaar (BKH)    
      
Die BKH (englisch: British Shorthair) wurde seit 1865 in Grossbritannien gezüchtet. Sie wurde bereits auf der weltweit ersten Katzenausstellung 1871 im Crystal Palace in London gezeigt. Basis für diese historische BKH waren die Strassenkatzen Englands. In der Meinung einiger BKH-Züchter haben wir es mit der ältesten gezüchteten Katzenrasse überhaupt zu tun, denn sie beginnen in ihrer Historie bei den Römern, die vor 2000 Jahren Katzen nach England gebracht haben, um ihre Getreidevorräte zu schützen. Durch die isolierte Insel-Lage Englands sei das Erbgut dieser domestizierten römischen Hauskatzen bewahrt worden und die Basis der BKH-Zucht gewesen.     
      
Mit der Jahrhundertwende 1900 änderte sich der Geschmack der Katzenliebhaber in Grossbritanien. Sie wollten nun lieber exotische Perser- und Siamkatzen. Bei den BKH-Züchtern gab man dem Kundenwunsch nach und produzierte nur noch eine Farbvariante, die weiterhin gefragt blieb: BLAU. Deshalb wurde die Rasse dann nur noch "British Blue" genannt.
Nach dem 2.Weltkrieg waren die Bestände an Zuchtkatzen dramatisch reduziert. Ein Mangel an Linienvielfalt führte zu inzuchtbedingten Fehlern. Die Rasse BKH war vom Aussterben bedroht. Deshalb entschlossen sich die BKH-Züchter zur Einkreuzung von Perserkatzen und bekamen dadurch auch wieder viele Farben und Zeichnungen. Die Farbe der Augen wurde ebenfalls verstärkt und tendiert seither in Richtung kupfer-orange. Die Züchter der blauen BKH gingen noch einen Schritt weiter. Um die Fellfarbe zu verbessern, deckten sie Ihre Katzen bei den Chartreux-Züchtern in Frankreich und Belgien. Diese Zusammenarbeit nutzen aber auch die vom Krieg ebenfalls stark betroffenen französischen Züchter. Im Gegenzug erhielten Sie das Recht, ihre Chartreux von den blauen Katern der BKH-Züchtern decken zu lassen.     
     
Es kam, was vorhersehbar war. Die beiden, bisher eigenständigen, Rassen wurden sich innerhalb der Farbvarietät Blau immer ähnlicher. Einigen BKH-Züchtern gelang es auf Ausstellungen in Frankreich, dem Heimatland der Chartreux, ihre blauen BKH als CHA anzumelden und dabei sogar Preise einzufahren. Daraufhin legte der Katzen-Weltverband FIFe im Jahr 1970 die beiden Rassen zusammen zu einer einzigen Ausstellungsklasse "Britisch Kurzhaar". Die Benamung auf deutschen Ausstellungen lautete für die blauen Tiere "Kartäuser".     
     
Aufgrund des Kampfs einiger übriggebliebenen französischen Puristen der Rasse Chartreux gelang es 1977, dass die FIFe ihre Entscheidung revidiert hat. Seither sind beide Rassen wieder getrennt. Die offizielle Rassebezeichnungen sind "Chartreux" (CHA) und "Britisch Kurzhaar" (BKH oder engl. BRI). Seit 1991 ist es den Mitgliedern im 1. DEKZV (grösster deutsche Katzenverband) nicht mehr erlaubt, ihre blauen BKH als Kartäuser anzubieten. Aber kaum einer hält sich an dieses Verbot. Das ist die Ursache für viel Verwirrung bei den Katzenliebhabern, deren ungeübter Blick die beiden Rassen kaum unterscheiden kann.
Seit 1950 ist die Rasse Britisch Kurzhaar auch in Deutschland stark verbreitet.     

 

 

 

 

                                                   Britisch Kurzhaar
Die Britisch Kurzhaar, eine Schönheit unter den Samtpfoten, ist eine der beliebtesten Kurzhaar-Rassen, was sie mit Sicherheit auch ihrer Präsenz in mehreren Werbespots für Katzenfutter zu verdanken hat. Britisch Kurzhaar-Katzen gibt es bereits seit gut hundert Jahren, die Entwicklung einer Colourpoint-Variante gehört jedoch zu den Errungenschaften der letzten 10Jahre.
Kenner schätzen jedoch auch ihr sanftmütiges Wesen und wissen, dass es kaum eine bessere "Familienkatze" gibt. Die Britisch Kurzhaar ist eine wesensfeste und pflegeleichte Katze. Sie ist unkompliziert, anpassungsfähig, kinderfreundlich, intelligent, mutig und gelassen. Ihr Fell ist flauschig weich und bedarf keiner besonderen Pflege.
 
                                                     Wesen und Gemüt      

Die BKH ist eine durch und durch menschenfreundliche und anhängliche Katze. Sie lässt sich knuddeln und knautschen! Für Kinder und Katzenanfänger ist die gutmütige Britisch Kurzhaar eine ideale Wegbegleiterin. Die Briten sind ausgesprochene Schmuser, sie suchen den Kontakt und machen weder beim geliebten Schmusestündchen noch beim weniger beliebten Tabletteneingeben Probleme. Ausnahmen bestätigen die Regel, jedoch kann man getrost sagen: Die Britisch Kurzhaar ist eine Seele von Katze! Man muss sie einfach lieb haben!
Sie ist stets ruhig und ausgeglichen, dabei aber kein Langeweiler. Die BKH spielt und tobt sehr gerne mit ihren zwei- und vierbeinigen Kumpanen und verträgt sich in der Regel ausgesprochen gut mit Hunden.

           
                                 Steckbrief Britisch Kurzhaar

 

. Kopf: runde und massive Form, breiter Schädel, 
. Nase: kurz, breit und gerade mit leichter Einbuchtung, jedoch kein Stopp wie bei "Exotic"
. Augen: groß, rund und weit geöffnet (Augenfarbe variiert je nach Fellfarbe)
. Ohren: klein und an den Spitzen leicht abgerundet, weit gestellt  
. Hals: der Kopf sitzt auf einem kurzen, sehr kräftigen und gut entwickelten Hals           
. Körper: kräftig und muskulös, gedrungen, Rücken und Schultern stark und kräftig max.  
Gewicht 8kg.       
. Beine: kurz und stämmig , Pfoten rund und kräftig
. Schwanz: nicht zu lang, mit rundem Ende
. Fell: kurz und dicht, feine Textur mit dichter Unterwolle.

                                                 Aussehen und Standart


Die Britisch Kurzhaar soll durch ihren kräftigen, muskulösen aber immer wohlproportionierten Körperbau bestechen. Die Brust ist breit, Schulter und Rücken sind massiv und gedrungen. Männliche Tiere werden größer und schwerer als weibliche Tiere und weisen zudem die typischen „Katerbacken“ auf. Der Kopf der Britisch Kurzhaar ist rund mit breitem Schädel, kurzem, kräftigem Hals und kräftigem Kinn. Die Ohren sind klein und an der Spitze leicht gerundet, an der Basis jedoch breit und weit auseinander gesetzt. Die Augen müssen groß und rund sein. Die Augenfarbe ist entsprechend der Fellfarbe fix zugeordnet, vorwiegend kupferfarben bis orange, bei Silvershaded grün und bei Colourpoint blau. Die Nase der Britisch Kurzhaar ist kurz und breit mit einer leichten Einbuchtung am Ansatz, jedoch ohne Stop. Die Beine sind kurz und stämmig, die Pfoten rund und kräftig. Der Schwanz der Britisch Kurzhaar soll kurz, eher dick und mit rundem Schwanzende sein. Insgesamt soll das Erscheinungsbild der Britisch Kurzhaar rund wirken.

Die Britisch Kurzhaar benötigt lange, bis sie voll ausgewachsen ist und darf daher nicht zu früh kastriert werden. Eine Frühkastration hemmt das Wachstum der Katze und die Entwicklung der für Kater typischen Katerbacken. Überhaupt ist die Kastration bei Katzen (nicht nur bei Rassetieren) ein wichtiges Thema. Auskunft darüber erteilen Züchter und Tierärzte.

 Das Fell der Britisch Kurzhaar ist wesentlich dichter und plüschiger als das der meisten Kurzhaarkatzen und weist kräftige Unterwolle auf. Das Fell muss kurz sein und sollte sich nicht weich, sondern griffig anfühlen (crisp). Der typische Griff zur Prüfung der Fellfestigkeit: mit gespreizten Fingern gegen den Strich in das Fell hineingreifen. Die Hand sollte dabei „stecken bleiben“. Aufgrund seiner Dicke und Dichte liegt das Fell nicht flach an, sondern steht vom Körper ab.

Das Fell der Britisch Kurzhaar ist pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten während des Fellwechsels hilft jedoch, abgestorbene Haare zu entfernen. Aber Vorsicht, durch übermäßiges Bürsten kann dem Britenfell Schaden zugefügt werden.
Eine Britisch Kurzhaar, die keinen Gefahren wie Strasse, Krankheiten, Diebstahl etc. ausgesetzt ist, kann gut und gerne 15 - 18 Jahre alt werden.

 

                       
 

 

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